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Mit kleinen Gesten der Freundlichkeit den Alltag versüssen

November 2014

Bestimmt ist es uns allen schon einmal passiert, wir hatten einen extrem stressigen Tag, an dem einfach alles schief gelaufen ist, morgens wurde die Dusche nicht warm und wir mussten uns mit kaltem Wasser die Haare waschen. Als der Kaffee gerade aufgebrüht war, mussten wir feststellen, dass keine Milch mehr da war. Kurz vor dem Gehen kam ein Anruf mit einer richtig schlechten Nachricht und direkt danach merkten wir, dass der Akku vom Handy leer war. Beim Aus-dem-Haus-gehen sahen wir mit Entsetzen, dass das Auto dick vereist war und wir mussten uns ans Kratzen machen. Dadurch kamen wir zu spät zur Arbeit und schon beim Reinkommen gab's den ersten Anpfiff vom Chef...

Und dann, in dieses Riesendesaster, kommt plötzlich eine liebe Kollegin, spendiert uns ein mitfühlendes Lächeln, drückt uns eine Tasse Kaffee MIT Milch in die Hand und dazu noch einen selbstgebackenen Keks und sagt "wusstest du eigentlich, dass du meine Lieblingskollegin bist?!"

Und plötzlich scheint die Sonne wieder, der Blutdruck geht runter und wir können zum ersten Mal an dem Tag richtig tief durchatmen.

Das ist die Macht kleiner Gesten der Freundlichkeit! Sie sind nicht aufwändig, brauchen weder viel Zeit noch Geld, wir müssen sie einfach nur tun. Und durch das regelmäßige Tun eine Gewohnheit entwickeln. Eine Gewohnheit des Suchens nach Gelegenheiten, anderen Menschen einen kleinen Dienst zu erweisen, das Leben eines Menschen ein kleines bisschen besser zu machen, ihm ein kleines Stück von seiner Last abzunehmen. Es spielt überhaupt keine Rolle, ob dieser Mensch ein Freund, der Ehepartner, die Kollegin, die Erzieherin des Kindes, ein Nachbar oder ein völlig Fremder ist. Was zählt ist die Einstellung und die Haltung mit der die kleine Geste der Freundlichkeit einem anderen Menschen entgegen gebracht wird. Finden wir nicht alle, dass solche Menschen "ein Segen" für andere sind? Wäre es nicht schön, selbst auch "ein Segen" für andere zu sein? Gelegenheiten gibt es jeden Tag wie Sand am Meer, wir müssen sie nur nutzen!
Hier ein paar kleine Anregungen für Gesten der Freundlichkeit und ich freue mich sehr, von Ihnen noch weitere Ideen zu hören!

Bringen Sie doch einfach mal einem Nachbarn eine Tasse heiße Schokolade vorbei oder jemandem, der gerade eine harte Phase durchmacht, einen Strauß Blumen mit. Stellen Sie alle Mülltonnen in der Straße wieder zurück an die Häuser, nachdem die Müllabfuhr da war oder bringen Sie den Mitarbeitern eines Krankenhauses Kekse vorbei (am besten während der Nachtschicht!). Laden Sie die Kinder Ihrer Freunde zum Übernachten ein, damit die mal wieder ausgehen können oder bringen Sie Ihrem kranken Nachbarn einen Topf Suppe vorbei. Schicken Sie eine überraschende Postkarte an einen Freund oder lassen Sie jemanden in der Schlange beim Einkaufen vorgehen. Verschenken Sie ein noch gültiges Parkticket oder kaufen Sie einen Regenschirm, den Sie bei Bedarf an jemanden verschenken können, der durch den Regen laufen muss. Räumen Sie einen Spielplatz in der Nachbarschaft auf oder schenken Sie einem Kinderheim Spielsachen und Bücher. Schippen Sie nicht nur vor Ihrem eigenen Haus Schnee, sondern auch vor denen Ihrer Nachbarn oder bringen Sie im Sommer Bauarbeitern ein Eis vorbei. Bringen Sie einer Familie, die vor kurzem ein Baby bekommen hat, eine Mahlzeit oder nehmen Sie sich Zeit, um einem alten Verwandten oder Nachbarn zuzuhören. Machen Sie einem Fremden ein überraschendes Kompliment oder bezahlen Sie im Kaffee die Rechnung des Nebentischs mit.

Dies sind nur einige wenige Vorschläge für kleine Gesten der Freundlichkeit, die garantiert nicht nur den Tag der Empfänger, sondern garantiert auch Ihren eigenen versüßen werden. Probieren Sie's aus! :-)

Und auch wenn es kaum vorstellbar ist, manchmal kann eine kleine Geste der Freundlichkeit sogar ein Leben retten...